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Summertelegraph 40 / Sutel 40

 

1940 ließ die Inspektion für Nachrichtengerät im Heereswaffenamt ein Gerät zum Übermitteln von Nachrichten mittels Morsezeichen auf nicht abhörsicheren Fernsprechleitungen entwickeln, das nahezu lauschsicher sein sollte.  

 

Der von der Firma C. Lorenz AG (C L AG) in Berlin ab Mitte 1940 konstruierte Summertelegraph 40 (Sutel 40) war Endes des Jahres serienreif. 

 

Die Fertigung des Sutel 40 erfolgte 1941/42 im Auftrag der Firma C. Lorenz AG bei der Vereinigten Telegrafen und Telefonfabrik AG in Wien, es wurden ca. 6000 Stück gefertigt.  

 

Bedingt durch seine Schaltung war ein Betrieb nur über Einleitungsbetrieb mit Erdrückleitung möglich. Die mit der Morsetaste des Sutel gegebenen Zeichen werden über die Leitung als Gleichstromimpulse gegeben. Sowohl auf der Sendeseite als auch auf der Empfängerseite werden sie von den eingebauten Röhrensummern in hörbare Frequenzen umgesetzt, damit sie der Sendende zur Kontrolle und der Empfangende überhaupt im Kopfhörer wahrnehmen können. Beim Sutel werden die gegebenen Zeichen so stark abgeflacht, dass sie bei einem Anschalten an die Fernsprechleitung weder mit einem Fernsprecher noch mit einem Kopfhörer abgehört werden können.  

 

Eine vollständige Endstelle besteht aus einem Sutel 40, Erdstecker und einem Feldfernsprecher 33, die mittels eines Schalters im Sutel 40 wahlweise an die Leitung geschalten werden können. Der Feldfernsprecher wird zum Anruf der Gegenstelle und zur einleitenden Verständigung verwendet, der Sutel 40 zur Durchgabe der eigentlichen Nachricht. 

 

Der Aufbau einer Endstelle mit Sutel 40 erfolgt so, dass der Sutel 40 und FF 33 nebeneinander gestellt werden und dem Bediener die Schmalseite mit den Öffnungen für Hauptschalter bzw. Kurbelinduktor zugewandt sind. Dem Sutel werden Kopfhörer und Taste entnommen und beide angesteckt. Der FF 33 wird durch Entnahme des Handapparates und Festdrehen der Kurbel betriebsbereit gemacht. Nun werden die Klemmen La, Lb/E des Fernsprechers mit den entsprechenden Klemmen „Feldfspr.“ des Sutel 40 durch kurze Drahtstücke verbunden und danach die Leitung zur Gegenstelle an die Klemme „Ltg“ und die Leitung zur Erde an Lb/E angeklemmt. Die beiden Anschlüsse dürfen nicht vertauscht werden, da sonst die Funktion des Sutel nicht gewährleistet ist. Durch einen Schalter mit den Endungen "Ton I" und "Ton II" kann das Gerät an die jeweiligen Erd- und Leitungsverhältnisse angepasst werden.

 

Die Herstellung der Sutel-Verbindung beginnt durch Anruf mittels Kurbelinduktor des Feldfernsprechers bei Stellung „Aus/Sprechen“ des Umschalters am Sutel 40. Durch kurzen Sprechverkehr wird die Verbindung geprüft und nach einer unverdächtigen Vereinbarung an beiden Sutel die Schalter auf „Ein/Telegraphie“ umgelegt.

Um mögliche Lauscher nicht auf die Betriebsart „Telegraphie“ aufmerksam zu machen, sollten die Einleitungsgespräche immer so geführt werden, dass der mögliche Lauscher den Eindruck gewinnt das Gespräch wird beendet und die angezapfte Leitung nicht weiter beobachtungwert sei.

Als Betriebsende wird Dauerton gegeben und anschließend beide Sutel 40 auf "Aus / Sprechen" geschaltet.

 

Zubehörteile zum Sutel 40: 

Ein geschirmter Doppelfernhörer mit roten Kennstreifen,

eine geschirmte Morsetaste mit rotem Kennstreifen,

zwei Kastenbatterien N 28 601 (4,5 Volt),

eine Röhre RV 2,4 T 3 L,

ein Tragriemen.

 

Für die Bestückung der Sutel 40 sind nur Röhren der Typenbezeichnung RV 2,4 T 3 L zu verwenden. Hörer und Taste sind geschirmte Spezialausführungen, bei denen der Schirm durch den mittleren Stift des 3-teiligen Steckers mit der Masse des Gerätes verbunden ist.

Diese Spezialausführung erhöht die Abhörsicherheit. Andere Hörer und Tasten dürfen deshalb nicht verwendet werden.

Die Trockenbatterien sind bis zu einer Spannung von etwa 3 Volt je Batterie betriebsfähig.

 

Als Richtwerte für die überbrückbaren Leitungslängen, die bei feldmäßig normalen Erd- und Leitungsverhältnissen erreicht werden, gelten:

Reichweiten bei Betrieb eine Ader gegen Erde auf:

Felddauerlinien        ca. 100 km

Feldkabel                ca.   40 km

Feldfernkabel          ca.   30 km

Vermittlungseinrichtungen und Leitungen mit Ringübertragern können wegen der beim Sutel 40 zur Übertragung verwendeten Gleichstromimpulse nicht benutzt werden. Desgleichen ist ein Sutelbetrieb über Leitungen an die mehrere Feldfernsprecher parallel angeschlossen sind, nicht möglich.

  

Ein Nachteil des Sutel 40 war seine geringe Tastgeschwindigkeit. Sie betrug höchstens 40 Buchstaben pro Minute. Bei höherem Tempo konnte der Empfangende die Zeichen wegen der zur Verhinderung des Abhörens erforderlichen starken Abflachung der Tastimpulse nicht mehr akustisch trennen.

 

Quellen:

  • Wehrtechnikmuseum, Mitteilungen für Freunde und Förderer Ausgabe 60 / Text auszugsweise: Axel Schamfuß
  • D 782 – Der Summertelegraph 40

 


Sutel 40, Baujahr 1942


 

Sutel 40, Baujahr 1941

Sammlung: Sascha Wessollek