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Der große Feldklappenschrank (gr. FKl.)

Für größere Vermittlungen, für die selbst zwei nebeneinandergestellte Zwanziger-Klappenschränke nicht mehrausreichen, muss der große Feldklappenschrank (gr. FKl.) verwendet werden. Der große Feldklappenschrank (früher mit FK 16 bezeichnet) ist eine Vermittlungseinrichtung die aus verschiedenen Baukästen nach Bedarf zusammengesetzt werden kann, entsprechend der Anzahl der an die Vermittlung anzuschließenden Leitungen. Der Schrank ist ein Zweileitungsschrank für reinen OB-Betrieb, der hauptsächlich in den folgenden Baukasten-Zusammenstellungen zur Verwendung kommt:

großer Feldklappenschrank zu 60 Leitungen zum Anschluss von höchstens 60 Leitungen – ohne Vielfachfeld.

großer Feldklappenschrank zu 150 oder 300 Leitungen mit Vielfachfeld zum Anschluss von höchstens 150 Leitungen bei einteiligem Vielfachfeld und höchstens 300 Leitungen bei zweiteiligem Vielfachfeld.


Der große Feldklappenschrank zu 50 Leitungen wird aus folgenden Bauelementen zusammengesetzt:

1 x zusammenlegbaren Tischgestell.

1 x Untersatz A mit den Verbindungs und Bedienungseinheiten.

1 x Untersatz B ohne Apparateteile - zusammenklappbar.

5 x Abfragekästen mit den Anrufklappen und den Abfrage bzw. Verbindungsklinken für je 10 Leitungen.

1 x Aufsatz mit je 10 Klinken für Sammelgespräche.

1 x Amtszusatz für den Anschluss von 3 Amtsleitungen.

1 x Vielfachkasten  ermöglicht die Herstellung von Gesprächsverbindungen zwischen Teilnehmern, deren Leitungen auf verschiedenen Arbeitsplätzen enden.

 

Das Tischgestell ist aus Winkel und Flacheisenschienen zusammengesetzt, die durch Nieten, Schrauben und Scharniere miteinander verbunden sind. Durch diese Bauart ist es möglich, das Tischgestell durch wenige Handgriffe vollkommen zusammenzulegen.

 

Der Untersatz A ist der eigentliche Arbeitsplatz für die Bedienung des großen Feldklappenschrankes. Im Unterschied zu einem zweiten Untersatz der nur bei großen Feldklappenschränken mit Vielfachfeld Verwendung findet, wird der Untersatz für den Arbeitsplatz als Untersatz A bezeichnet. Für die Herstellung der Verbindungen zwischen den Klappenschrank-Teilnehmern besitzt der Untersatz A insgesamt 10 Schnurpaare. zu jedem diese 10 Schnurpaare gehört 1 Abfragestöpsel mit rotem Griff nebst Schnur, 1 Verbindungsstöpsel mit schwarzem Griff nebst Schnur, 1 Abfrage und Rufumschalter nebst Rückruftaste, 1 Überwachungsklinke und 1 Schlussklappe. Für die Anschaltung des Abfragegerätes der Platzbedienung (nur Handapparat 33 oder Brustfernsprecher 33 mit Kopffernhörer 33 verwenden) befinden sich an der Vorderseite der Untersatzes A zwei fünfstellige Buchsenstreifen. Diese Buchsenstreifen stehen in Verbindung mit dem Sprechzusatz, bestehend aus Sprechspule, Kondensator und Drosselspule. Außerdem gehört noch zum Untersatz A ein Kurbelinduktor zum Rufen (an Stelle des Induktors kann auch ein Polwechsler verwendet werden – wahlweise Einschaltung durch Induktorumschalter), ein Sternschauzeichen zur Kontrolle des abgehenden Rufes, eine Mithörtaste und ein Überwachungsstöpsel. Durch einen in jedem Untersatz A eingebauten Platzumschalter ist es möglich, in Zeiten schwachen Betriebes zwei oder mehrere Untersätze A so zusammenzuschalten, dass die gemeinsame Bedienung mehrerer Arbeitsplätze durch ein und dieselbe Person von einem einzigen Untersatz A erfolgen kann.

 

Der Untersatz B entspricht in Form und Abmessungen dem Untersatz A, jedoch enthält er keine Apparateteile. Er ist zusammenklappbar eingerichtet. Auf der Unterseite der Tischplatte befinden sich zwei Klemmen WB+ und WU für die Weckerverbindung, die mit den Schraubenbolzen in Aufsatz leitend verbunden sind. Sie sind nur dann mit den entsprechenden Weckerklemmen im Untersatz A durch Wachsdraht zu verbinden, wenn der Untersatz B keinen Vielfachkasten, sondern weitere Abfragekästen bzw. Amtszusätze trägt. Der Aufsatz ist durch eine Klapptüre verschlossen und dient zur Aufnahme der Abfrage- und Vermittlungsschnüre des Untersatzes A während des Transports.

 

Jeder Abfragekasten enthält einen zehnteiligen Klappenstreifen und einen zehnteiligen Klinkenstreifen sowie eine Haltevorrichtung (untere Stellung legt die Klappen für den Transport fest – obere Stellung gibt sie frei und dient gleichzeitig als Bezeichnungsstreifen für die jeweils angeschalteten Teilnehmerleitungen). Die Klappen sind Rückstellklappen, die bei dem Einführen des Stöpsels in die unter der gefallenen Klappe befindliche Klinke automatisch aufgerichtet werden. Die Klinken dienen gleichzeitig als Abfrage und Verbindungsklinken. 

 

Der Vielfachkasten wird in größeren Vermittlungen mit mehreren Arbeitsplätzen eingesetzt. Es ermöglicht die Herstellung von Gesprächsverbindungen zwischen Teilnehmern, deren Leitungen auf verschiedenen Arbeitsplätzen enden.

Das Wesen der Vielfachschaltung besteht also darin, dass jede Teilnehmerleitung an jedem Arbeitsplatz unmittelbar zu erreichen ist.

Zu diesem Zweck wird an jedem Arbeitsplatz ein Vielfachfeld angeordnet, das soviel Klinken enthält, wie Teilnehmerleitungen an die Vermittlung anzuschließen sind. Die Leitungen werden zunächst über die gleichen Klinken der Vielfachfelder hinweggeführt und enden erst an der betreffenden Abfrageklinke.

Grundsätzlich werden die Vielfachkästen auf die Untersätze B befestigt. Eine Ausnahme bildet nur der Fernplatz, bei dem der Vielfachkasten auf dem Untersatz D befestigt wird.

Ein Vielfachfeld kann für zwei benachbarte Arbeitsplätze gemeinsam sein. Bei kleineren Vermittlungen bis zu 150 Teilnehmer können alle Teilnehmerleitungen mit einem Vielfachfeld erfasst werden, bei größeren sind die Teilnehmerleitungen auf zwei Vielfachfelder zu verteilen, von denen sich das eine rechts und das andere links von jedem Arbeitsplatz befindet.

Die Anzahl der Arbeitsplätze ist abhängig von den verwendeten Abfragekästen. Bei einer Vermittlung für 150 Teilnehmer mit 50 teiligen Abfragekästen sind mindestens drei Arbeitsplätze mit einteiligen Vielfachfeldern, bei 300 Teilnehmeranschlüssen sechs Arbeitsplätze mit zweiteiligen Vielfachfeldern vorzusehen. Bei der Verwendung von 10 teiligen Abfragekästen müssen 150 Teilnehmeranschlüsse auf fünf Arbeitsplätze mit einteiligem Vielfachfeld, 300 Teilnehmeranschlüsse auf 10 Arbeitsplätze mit zweiteiligem Vielfachfeld verwendet werden.

Bei Verwendung von 50 teiligen Abfragekästen ist zu beachten, dass die Plätze möglichst nur mit höchstens 40 Anschlüssen belegt werden, da 50 Anschlüsse bei starkem Betrieb vom Bedienungspersonal nicht mehr mit genügender Schnelligkeit abgefertigt werden können.

 

Der Aufsatzkasten enthält lediglich einen zehnteiligen Klinkenstreifen dessen 10 Klinken parallel geschaltet sind. Der Aufsatzkasten ermöglicht Sammelgespräche bis zu 10 Teilnehmer.  

 

Der Amtszusatz zum großen Feldklappenschrank ist den Baukasten-Einheiten des großen Feldklappenschrankes in Form und Abmessungen angepasst. Er ist vorgesehen für den Anschluss von  3 Amtsleitungen und enthält 3 Wählscheiben, 3 Anrufklappen sowie 3 Klinken, die gleichzeitig als Abfrage und Verbindungsklinken dienen. Im Inneren des Amtszusatz-Gehäuses befinden sich die erforderlichen Drosselspulen, Kondensatoren und Umschalteklemmen für die verschiedenen Betriebsarten der Postämter.

                                                                                     

 

Die Bedienung des großen Feldklappenschrankes wickelt sich wie folgt ab:

Empfang des Anrufs wird durch Fallen der Anrufklappe des anrufenden Teilnehmers sichtbar angezeigt.

Abfragen durch hineinstecken eines Abfragestöpsels (mit rotem Griff) in die zu der gefallenen Klappe zugehörige Klinke, wobei die Klappe selbsttätig aufgerichtet wird. Umlegen des zu dem benutzten Abfragestöpsels gehörigen Abfrage und Rufumschalters nach vorne in die feste Schalterstellung und Abfragen mit Feldhandapparat33 oder Brustfernsprecher 33.

Verbinden durch hineinstecken des zugehörigen Verbindungsstöpsels in die Klinke des gewünschten Teilnehmers. Vorher Besetztprüfung bei großem Feldklappenschrank mit Vielfachfeld.

Rufen des gewünschten Teilnehmers durch Umlegen des Abfrage und Rufumschalters nach hinten in die federnde Schalterstellung. Ist ein Polwechsler angeschlossen, so geht der Ruf selbsttätig beim Umlegen des Schalters heraus, andernfalls muss gleichzeitig die Kurbel des Induktors gedreht werden.

Überwachen, ob das Gespräch zustande kommt, durch nochmaliges Umlegen des Abfrage und Rufumschalters nach vorn. Wenn gewünschter Teilnehmer sich meldet und Gespräch zwischen den Teilnehmern beginnt, Schalter in die Mittelstellung zurücklegen.

Gesprächschluss wird durch Fallen der Schlussklappe angezeigt. Zugehörige Abfrage und Rufumschalter nach vorne umlegen. Bedienpersonal muß sich melden und fragen, ob noch gesprochen wird. Falls sich niemand meldet, Schalter in die Mittelstellung zurücklegen, Verbindung durch Zurückführen der Stöpsel in die Ruhelage trennen und Schlussklappe von Hand aufrichten.

gr. FKl.


 

Tischgestell zum großen Feldklappenschrank

Das Tischgestell dient zur Aufnahme der für einen Arbeitsplatz erforderlichen Untersätze mit Zubehör (Abfrage, Vielfachkästen, Amtszusätze usw.). Es ist aus Winkel und Flacheisen hergestellt. An den Winkeleisenfüßen befinden sich je zwei laschen, die bei der Einrichtung einer Vermittlung mit mehreren Arbeitsplätzen zur Verbindung der einzelnen Tischgestelle untereinander dienen. Sie haben gleichzeitig den Zweck, das Gestell im zusammengeklappten Zustand zusammenzuhalten.

Das Aufstellen des Tischgestells ist wie folgt zu handhaben:

  1. Laschenverbindungen an den vorderen und hinteren Gestell Füße lösen.
  2. Die beiden linken und die beiden rechten Gestell Füße jeweils zusammenhaltend fassen und soweit auseinanderziehen, bis die auf der Rückseite befindliche Kreuzverstrebung in die richtige Lage kommt.
  3. Durch Auseinanderdrücken der rechten und der linken Gestell Füße die beiden seitlichen Verstrebungen einrichten.
  4. Die an den linken Gestell Füßen mit Scharnieren befestigten Querschienen umklappen und so auf die rechten Tischfüße legen, das die Haltestifte in die Durchbohrungen einrasten.
  5. Ebenso die untere Querstange zur Versteifung der vorderen Gestell Füße umlegen und die beiden an den Vorderfüßen befindlichen Flacheisen mit den Querschienen verbinden.
  6. Die beiden vorgesehenen Untersätze aufsetzen und mittels der Kordelschrauben an den Querschienen befestigen.
  7. Sämtliche Schrauben mit Hilfe der im Untersatz befindlichen Schraubenschlüssel anziehen.

 

Die Transportkästen für den großen Feldklappenschrank dienen der Unterbringung der einzelnen Baukästen und der Kabel während des Transports. Die verschiedenen Transportkästen sind mit Aufschriften versehen, aus denen hervorgeht, welche Baukasteneinheiten sich jeweils in den Transportkästen befinden.

Transportkasten Nr.1 Untersatz A + B

Transportkasten Nr. 2 Abfragekasten

Transportkasten Nr. 3 Vielfachkasten

Transportkasten Nr. 8 kurze Vielfachkabel

Transportkasten Nr. 9 lange Vielfachkabel

Transportkasten Nr. 10 Rückführungskabel

Transportkasten Nr. 15 Untersatz C

Transportkasten Feldprüfschrank 35